Freitag, 27. Mai 2016

Tag 32: Sonntags-Gespräche.

Tag 32/39: Sonntag, 22.05.2016
Mrągowo nach Mikołajki
6 h / 25 km 

Es wird ein früher Start, wir sind sogar noch vor dem Gros der Rentner im Frühstücksraum. Was zu dem kleinen Triumph führt, daß wir den schönsten Tisch direkt am Schaufenster zum See für uns beanspruchen können. Aber nur 20 min später, ich hab mich aus Versehen mal kurz umgedreht, ist das Buffet plötzlich belagert von den Damen mit den praktischen Kurhaarfrisuren und den Herren mit den cremefarbenen Hosen.

Nina fliegt heute wieder zurück nach Berlin, vorher hat sie noch eine kleine Weltreise mit Marschrutka und dem Zug vor sich. Ich habe eine lockere Reisedispo erstellt, die allerdings den kleinen Schönheitsfehler beinhaltet, daß wir nicht so genau wissen, welcher Bus nach Olsztyn um welche Uhrzeit eigentlich wo genau abfährt. Also genießen wir auf dem Weg zur Bushaltestelle noch ein wenig Aufregung, während wir in der Morgensonne durch die leere Stadt trudeln. Aber es klappt alles vorzüglich, der Bus biegt pünktlich um die Ecke, ich werfe Ninas Rucksack in den Kofferraum, wir verabschieden uns kurz und schon ist sie wieder weg. Und ich stehe alleine an der Haltestelle, setze meinen Rucksack auf, drehe mich um und laufe wieder alleine Richtung Osten.

Die alte Landstraße raus aus der Stadt ist Gott sei Dank ein aufgegebener Patient, seit die neue Umgehungsstraße gebaut wurde. Müde und verwaist liegt der Asphalt im klaren Sonntagmorgen, der unmißverständlich klar macht, daß dies ein wirklich warmer Tag werden wird. Die Tankstelle am Ortsausgang hat geschlossen, das Shanghai-Restaurant im Baucontainer hat auch schon länger nicht mehr geöffnet, die Hunde auf den Grundstücken am Straßenrand verschlafen meist den stillen Wanderer, der jetzt wieder solo unterwegs ist. Irgendwie habe ich mich ja auch ein bißchen darauf gefreut, die Straße wieder für mich alleine zu haben, aber nach den entspannten Tagen mit Nina fühlen sich die ersten Stunden heute wirklich einsam an.

Auf der Schotterstraße nach Uzranki überhole ich eine ältere Dame im Sonntagsoutfit, die offensichtlich auf dem Weg in die Kirche ist. Im Dorf sehe ich Ministranten und kleine Grüppchen von gut angezogenen Dorfbewohnern - yep, die Zeit stimmt ungefähr für einen Sonntagvormittag. An der Kreuzung quatscht mich ein alter Mann mit Fahrrad an. Ich kein polnisch, er kein deutsch, aber es reicht aus, um ihm trotzdem meine Tour zu erklären. Er freut sich und schlägt lachend vor, daß ich doch lieber mit dem Fahrrad fahren sollte, aber ich zeige stolz auf meine Wanderstiefel. Als wir uns verabschieden, ruft er sofort seinen Nachbarn aus dem Garten herbei und erzählt ihm wahrscheinlich brühwarm, was er gerade für einen komischen Typen getroffen hat.

Gleich um die Ecke gerate ich in eine Gruppe älterer Kirchgängerinnen, die mir den besten Weg zeigen wollen. Daß ich nach Mikołajki will, haben sie irgendwie von selbst erraten, jetzt diskutieren sie ausgiebig mit mir, ob ich auf großen Straßen (Geste: breit) oder kleinen Straßen (Geste: Scharren mit dem Fuß im Sand) dorthin gelangen will. Ich nicke brav: "Tak, tak, Baranowo!" und husche dann verlogenerweise doch schnell um die Ecke und in eine andere Richtung, weil ich mir eigentlich schon einen anderen Weg zurechtgelegt habe.

Der Vormittag wird langsam zum Mittag, die Sonne scheint nach wie vor ohne Wolken vom Himmel. Links und rechts der Schotterstraße steht das Wasser in den Senken und verwandelt die Landschaft in einen Fleckenteppich aus Sumpf, Wiese und Feld. Auf der Straße gibt es kaum Schatten und ich schwitze inzwischen massiv im eigenen Saft. Perfekt wäre jetzt was zum Sitzen, bitte im Wind, im Schatten, vielleicht leicht erhöht auf einem großen Stein. Aber ich finde keine Stelle, die mich wirklich reizen würde, meinen Marsch zu unterbrechen. Außerdem sitze ich sowieso auf dem Trockenen - ausgerechnet heute habe ich viel zu wenig Wasser eingepackt, meine Flaschen sind schon längst leergetrunken.

Im übernächsten Dorf entdecke ich durch einen kleinen Moment der Aufmerksamkeit den wohl am besten getarnten Sklep der Welt. Durstig ziehe ich durch das Dorf, gerade kommt eine Frau mit einigen Joghurtbechern aus einem Haus. Huh? War sie da etwa einkaufen? Aber ich sehe kein Schild, keine weißen Plastik-Campingstühle, keine biertrinkenden Rentner, keinen einzigen Hinweis auf einen Sklep. Die Haustür steht offen, im Halbdunkel sehe ich die Umrisse einer Gefriertruhe und irgendetwas zieht mich magisch hinein. Ein kleiner Flur, links eine Art Dorfgemeinschaftsraum, rechts ein winziges Zimmer mit Regalen, davor eine Frau Mitte 40 und eine Kasse. Also doch! Auf den Regalen ist jeweils ein Exemplar der verfügbaren Waren ausgestellt, der eigentliche Einkauf wird nach Bekanntgabe der gewünschten Artikel von der Dame im Nebenraum zusammengestellt und anschließend auf den Tresen gewuchtet.

Mit allen Händen voller Getränke verlasse ich stolz den Laden und gleich 200 m weiter serviert mir das Schicksal an der Kreuzung ein Stück frisch gemähte Wiese, im Schatten, mit ausreichend Wind, dazu Aussicht in alle Himmelsrichtungen. Ich schmeiße mich ins Gras, entledige mich meiner Stiefel, trinke mir den Bauch mit den frisch erstandenen Getränken voll und döse so lange vor mich hin, bis mir irgendwie kalt wird. Zeit, um weiterzugehen.

Den Rest des Tages keuche ich über staubige Schotterpisten nach Südosten, der warme Sonntagnachmittag treibt Radler, Quadfahrer und den einen oder anderen deutschen Touristen an mir vorbei. Im nächsten Dorf kommt mir wieder ein alter Mann entgegen, diesmal mit Bierbüchse statt Fahrrad. Wieder ist es offensichtlich mein Rucksack, der Aufsehen erregt. Mein Tun und Wohin sind schnell erklärt, denn er spricht ziemlich gut Deutsch und als wir schon beide wieder 20 Meter weitergelaufen sind, ruft er mir nochmal zu: "He, willst du Bier?!" und winkt mit einer zweiten Büchse Specjal, die er eben aus seinem Rucksack gezogen hat. Lachend lehne ich ab, mir würde wahrscheinlich sofort der Kopf explodieren, wenn ich in dieser Hitze ein Bier trinken würde, um dann noch die restlichen Kilometer zu laufen.

Kurz vor dem Ziel ist ein Todesstern in Form eines riesigen Hotelkomplexes auf dem Acker gelandet: Das Hotel Golebiewski. Mit Außenanlagen nimmt es gefühlt den halben Horizont ein, inklusive Poollandschaft, Skilift (für die Mountainbike-Abfahrt oder wirklich für den Winter?), endlosen Parkplätzen und kilometerlangen Zäunen. Ein All-Inclusive-Schuppen mit wahrscheinlich tausenden Zimmern. Leicht schaudernd reihe mich auf der 16 in den Verkehr Richtung Mikołajki ein, zwischen all die Urlauber, Harley-Touristen und Flanierer.

Auf meine Unterkunft heute Abend hatte ich mich eigentlich gefreut: Ein italienisches Restaurant mit Zimmervermietung. Aber erst vor Ort merke ich, daß es im hastig hochgezogenen "neuen Zentrum" liegt, zwischen dem schrottigen Marktplatz und der Straße mit den verzweifelt/wütend blinkenden Reklameschildern. Es soll wahrscheinlich eine Fußgängerzone sein, statt dessen ist es ein schmales Rattenloch, das nur dazu dient, die ahnungslosen Touristen links und rechts besser in die Kneipen und Restaurants ziehen zu können.

Und heute falle ich gleich mit rein. Ich finde das Bella Italia, folge brav dem Schild zur Rezeption um die Ecke und stehe in einem leeren Pub. Der Typ hinterm Tresen weiß nix von einer Reservierung, bietet mir aber ein Zimmer für 220 PLN an. Als ich ihm den Preis aufschreibe, zu dem ich im Internet gebucht habe - 130 PLN - macht er noch ein paar Faxen, daß er - najaaa - erstmal mit dem Chef drüber sprechen müsste. Aber kurz darauf sind ihm dann die 130 PLN doch irgendwie recht und er führt mich durch ein schrottiges Treppenhaus in ein schrottiges Zimmer, in dem gerade einmal das schmale Bett Platz gefunden hat. Ich setze meinen Rucksack ab, gucke mich noch zweimal um, schaue mir nochmal im Netz die Fotos meiner Unterkunft an -- und irgendwie hat das nichts gemeinsam. Ich bin im falschen Laden gelandet...

Also wieder runter, Irrtum aufklären, Schlüssel abgeben. Der Typ grinst zuckerfreundlich, ich denke mir beim Rausgehen noch grimmig, daß selbst 100 PLN für diese Kammer zu teuer gewesen wären. Nebenan ist der Laden etwas netter, aber auch nur ein bißchen. Ich merke wieder, daß ich dringend aus dieser touristischen Gegend raus muß, raus auf's Dorf, wo man wieder seine Ruhe hat...

Donnerstag, 26. Mai 2016

Ein paßgenauer Zufallsfund.

Gesehen in der Buchhandlung Książnica Polska in Mrągowo, wo es Wanderkarten von Zypern gibt, aber keine aus der unmittelbaren Umgebung...


Pausentag mit Vergnügungswandern.

Tag x/38: Samstag, 21.05.2016
5,5 h / 23 km

Trotz allgemeinem Wehklagen und Stöhnen haben wir uns heute für einen Wandertag im Pausentag entschieden. So richtig nach Osten Weiterlaufen wäre doof, weil Nina dann morgen Vormittag Schwierigkeiten hätte, bei den mickrigen Busverbindungen hier in der Gegend noch rechtzeitig zum Flugplatz Szymany zu kommen. Also lassen wir den Großteil des Gepäcks im Hotel und drehen eine kleine Runde -- soweit Mrągowo das halt zulässt.

Gestern Abend ist mir aufgefallen, daß mir eine Wanderkarte fehlt. Trotz aller Planung und Recherche fehlen mir aus irgendeinem Grund ungefähr zwei Tagesmärsche Karte in der Gegend von Ełk, wo ich eigentlich in einigen Tagen sein wollte. Also entern wir die örtliche Buchhandlung, aber Fehlanzeige. Es gibt viel Tinneff, Autoatlanten und Schmökerbücher, Stadtpläne und Wanderkarten von Zypern, aber interessanterweise keine Karten aus der Region. 

Also entsorgen wir statt dessen im Park Ninas entkräftete Wanderstiefel in einem idyllisch gelegenen Mülleimer. Dann schnell raus aus diesem schrillen Ort. Leider gelingt es uns dabei, den denkbar häßlichsten Weg einzuschlagen: Hart vorbei am Plac Handlowe, mit schrägen Buden auf staubigem Untergrund und kobernden Verkäufern, die auf verschüchterte Touristen lauern.

Wir ziehen nach Norden, durch lose Straßendörfer und kleine Waldstücke. Es wird warm, so um die 25° -- aber dazu weht auf dem Feld ein stetiger Wind, der das Ganze sehr angenehm macht. Wir gönnen uns eine kleine Pause im Bushäuschen, staunen über den Verkehr auf der Dorfstraße und sind froh, endlich in den Wald abbiegen zu können. Offensichtlich machen auch die Mücken irgendwie Wochenende, wir kommen nahezu unbelästigt bis Kiersztanowo.

Dort gibt es gegenüber vom Sklep eine Bank im Schatten. Neben uns der kleine Bach, der die beiden Seen links und rechts verbindet. Es wird Rasen gemäht, weiter hinten sitzt die Dorfjugend entspannt beim Eis auf dem Steg, eine Mutti stellt sich mit ihrer Angel neben uns auf die Brücke und versucht ihr Glück. Dorfzufriedenheit am Wochenende. Die deutschen Touristen schlendern vorbei, die wir eben auf dem Feld beim Pferde beobachten beobachtet haben.

Zurück in Mrągowo kommen wir halb zufällig bei Kaufland vorbei, drinnen ist es wunderbar kühl und es gibt sogar einen kleinen Aufsteller mit Karten. Ich finde eine viel zu grobe Karte, die dazu noch fast aussieht wie eine Comiczeichnung -- aber wenigstens bildet sie die fehlende Ecke ab und ich muß nicht zwei Tage mit dem Handy vor der Nase Wandern. Und weil wir uns jetzt sowieso an der Kasse anstellen müssen, kaufe ich mir halt noch ein Eis zur Karte, und schon ist der Onkel zufrieden.

Wir gönnen uns eine kleine Nachmittagssiesta und stellen übereinstimmend fest, daß wir froh sind, den freien Tag nicht im häßlichen Mrągowo oder in unserem noch häßlicheren Hotel verbracht zu haben. Später essen wir ein schickes Rouladen-Abendessen im riesigen Gasthaus am See; fragen uns, wo die Kaufland-Ladies wohl gerade sind und schlendern entspannt zurück ins Hotel, wo heute Abend leider keine Faria-faria-ho-Veranstaltung läuft. Die Bustouristen bevölkern statt dessen das Hotelrestaurant und den Fußball-Fernseher in der Lobby. Bayern gegen Dochtmund. Willkommen dahoam.

Mittwoch, 25. Mai 2016

Tag 31: Faria, faria, ho. Oder: Wart ihr Kaufland?

Tag 31/37: Freitag, 20.05.2016
Sorkwity (Jedrychowo) nach Mrągowo
3,5 h / 14 km

Trotz Massagen am Vorabend wanken wir beide mehr oder weniger unflüssig die Treppe runter. In der Restaurant-Scheune dann die positive Überraschung: Das Frühstück wird heute durch ein ordentliches Feuer im Kamin aufgewertet. Wir besetzen natürlich den Tisch direkt am Feuer und während ich am Frühstücksbuffet stehe und überlege, ob ich mir lieber den Rücken wärmen lassen möchte oder entspannt die lodernde Glut im Blick haben möchte, hat Nina genau den gleichen Gedankengang gehabt, sich aber etwas schneller entschieden und mit ihrem Zimmerschlüssel schon mal das Revier markiert.

Wir laufen in einen klaren und warmen Tag hinein und ziehen weiter über die stille Landstraße von gestern. Nina klagt über Füße, ich über Hüfte und überhaupt wirken wir wie zwei stöhnende Krankenhauspatienten, die jeden Schritt erstmal mit einem Ächzen garnieren. Die ersten Schritte nach dem Loslaufen sind dabei immer die Schlimmsten, also besser nicht stehenbleiben... Da passt es ganz gut, daß heute nur kurzer Tag bis Mrągowo ansteht, das auf dem Papier das Zeug zu einem netten Kurort hat (hätte): Seelage, zahlreiche Hotels und Gastronomie.

Hinter dem übernächsten Dorf biegen wir auf kleine Feldwege ab, bei denen man auf den ersten Blick glauben würde, daß sie hinter der nächsten Ecke aufhören. Von hinten kommt der Bauer mit seinem uralten Traktor angefahren und ich rechne schon halb mit irgendwelcher Maulerei, was wir hier auf seinen Feldern machen. Aber statt dessen gibt es ein knapp genicktes "Dzień dobry!" und die Sache ist gut.

Weniger gut ist der Zustand von Ninas Wanderstiefeln, die von ihr als lieb gewonnene Museumsstücke allerdings noch immeer schwer geschätzt werden. Schon vom ersten Tag an zeigten sich zaghafte Auflösungserscheinungen, hier im Wald ist es dann soweit: Eine Sohle löst sich ab. Ich zücke das Paketklebeband, das ich aus diversen Gründen im Rucksack herumtrage und flicke kichernd den Stiefel auf Redneck-Art. Gleichzeitig bin ich ein bißchen stolz auf Nina, daß sie ihre Stiefel jetzt wirklich bis zum bitteren Ende getragen hat.

Unser Hotel entpuppt sich als liebloser Kasten, der zwar einen schicken Balkon mit Seeblick bereit hält, sich darauf aber auch absolut beschränkt. Sperrholzmöbel aus den 90ern, karge Einrichtung, papierdünne Wände. Also Rucksack abwerfen und schnell wieder raus und durch den Ort schlendern. Schon ein paar Minuten später steuert eine Gruppe alter Damen auf uns zu und fragt mich unvermittelt: "Entschuldigung, Kaufland?". Sofort baut sich in mir eine Trotzreaktion auf, ich antworte achselzuckend irgendwas, das zumindest irgendwie Polnisch klingt. Nina hat die Situation sofort durchschaut und schweigt unterstützend, ebenfalls auf Polnisch. "Ach so, Sie wissen es auch nicht..."
Tja, leider. Daß das nur die Spitze des deutschen Eisberges in Mrągowo war, konnten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen.

Erstmal das Eiscafé geentert, mit der Hoffnung auf ein ordentliches Eis (meint: was anderes als das an jeder Ecke verkaufte Soft-Eis). Es gibt richtige Eisbecher, deren Ausmaß uns erst so richtig klar wird, als zwei monströse Erdbeer- und Sahneberge vor die Nase gestellt bekommen. Danach ist uns beiden zwar ein bißchen schlecht, aber zur Gesundung laufen wir einfach noch ein wenig durch den Ort. Leider spuckhäßlich, die Straße gesäumt von aufgegebenen Geschäften und verkrachten Existenzen. Wir kommen zufällig bei Kaufland vorbei und landen auf einem kombinierten Spiel- und Workoutplatz. Von hier aus können wir auf der neu gebauten Seepromenade in Richtung Hotel zurückwackeln. 

Irgendwie trifft man hier ständig Leute, die man doch gerade schonmal gesehen hat: Die deutsche Gruppe aus dem Eiscafé, die zwei Damen mit den minikleinen Rucksäcken -- wahrscheinlich alle im Schlendermodus. Am Steg gegenüber des Rathauses trifft gleichzeitig mit uns auch die nach Kaufland suchende Damengruppe von vorhin ein, die von einer anderen passenden Damenriege mit folgenden Worten lautstark begrüßt wird: "Naaa, wart ihr Kaufland?!". Nina und ich müssen uns massiv zusammenreißen, um nicht lautstark gackernd negativ aufzufallen.

Auf dem Hotelparkplatz parkt derweil der 4. Reisebus ein und läßt schonmal erahnen, in was für einem Schuppen wir gelandet sind. Den einsetzenden Nachmittagsregen überbrücken wir mit einem kleinen Mittagsschläfchen und als wir nochmal zum Abendessen in den Ort gehen, singen sich im Bankettsaal die Teilnehmer der Busreisen Masuren 1 und 2 gerade warm. "Lustig ist das Zigeunerleben, faria faria ho." Dazu wird geschunkelt.

Als wir vom Essen zurück ins Hotel kommen, ist die Party der Bustouristen in maßvollem Gange. Nina marschiert auf dem Weg zurück zum Aufzug todesmutig voran mitten durch den Bankettsaal, in dem in schweißgetränkter Luft ein Alleinunterhalter mit blinkendem Akkordeon die Massen bändigt und offensichtlich an die Stühle fesselt. Es wird ein Walzer gespielt, keiner tanzt und als wir schon wieder draußen sind, wünscht sich ein kleiner schelmischer Teil von mir, daß wir ein spontanes Tänzchen aufs Parkett gelegt hätten. Stimmmmmung!

Das Gute-Nacht-Bier an der Hotelbar ist hoffnungslos überteuert, wir sehen außerdem bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal das trostlose Hotelrestaurant, das an ein altersschwaches Erholungsheim der Berufsgenossenschaft erinnert und sind sofort froh, daß wir woanders gegessen haben.

Dienstag, 24. Mai 2016

Tag 30: Von Schlüpfern und Massagen.

Tag 30/36: Donnerstag, 19.05.2016
Rukławki nach Sorkwity (Jedrychowo)
6 h / 26 km

Zum Frühstück scheint die Sonne auf den Teller, draußen leuchten See und Himmel in allen Blautönen um die Wette. Insgesamt also ein durchaus einladendes Bild... Uns erwartet dagegen erstmal eine Straßenetappe. Die ersten Kilometer des Tages hat die EU wieder ein Stück Radweg kofinanziert, also laufen wir - sicher abgetrennt von der Straße durch die allgegenwärtigen gelben Metallgitter - stur neben der Straße. 

In Biskupiec gibt es ein pompöses Betonmonument auf dem Marktplatz, für jeden von uns ein Eis und für das Fernweh auch gleich noch das erste Straßenschild, das die russische Grenze ankündigt. Aber das ist nicht ganz unsere Richtung, also ziehen wir weiter auf der 590 Richtung Osten und weichen dabei zahllose Male nach links in Richtung Straßengraben aus, wenn mal wieder ein Auto kommt. Ätzend, aber es gab ums Verrecken keinen besseren Weg raus aus diesem Ort.

Irgendwann ist aber auch das geschafft und der schöne Teil des Tages kann beginnen. Ab in den Wald, ab auf die Forststraße. Sofort bietet sich ein Holzstapel für die erste ordentliche Rast des Tages an und wird auch entsprechend genutzt. Im nächsten Dorf träumen wir uns an einem herrlichen Gutshaus vorbei, gelegen auf einem knallgrünen Hügel mit Aussicht auf den See. Im Garten werkelt die Gärtnerin neben ihrem freundlichen Hund, wir setzen uns statt dessen ans Wasser und machen schon wieder Pause, weil's halt so schön ist.

Jetzt kommt der Abenteuerteil. Auf der Wanderkarte sieht eigentlich alles ganz einfach aus: Da vorne nach links von der Straße abbiegen (passenderweise fährt da auch gerade ein Auto lang, wie um uns dazu zu ermuntern) und den kleinen Wegen durch den Wald folgen, bis wie am See in Sorkwity wieder rauskommen. Dann haben wir nämlich auch gleich vermieden, auf der Horror-Landesstraße-16 zu laufen, die sich seit Tagen schon durch massiven Verkehr in mein Hirn gefressen hat.

Das erste Mal Abbiegen geht noch gut, aber der Weg wird immer mehr von Grün überwuchert und zurückerobert. Und bald besteht er endgültig nur noch aus einer gerade so erkennbaren Fahrspur, zwischen Brennesseln, Kraut und kleinen Baumsprößlingen. Hier ist schon länger niemand mehr unterwegs gewesen... Weil ich kurze Hosen anhabe, habe ich keine Lust auf Brennesseln und weise - vielleicht etwas voreilig - einen Schwenk nach links an, weil da wenigstens noch der Hauch eines Weges erkennbar ist. Im Nachhinein eine Scheiß-Idee, denn jetzt eiern wir quer über frisch bepflanzte Felder, durchs Unterholz, scheuchen eine Wildschweinfamilie auf, kämpfen uns entlang irgendwelcher Schneisen durch den Wald und schwimmen dabei im hüfthohen Gras.

Wenigstens zeigt uns die Bahnlinie, daß wir nicht ganz falsch unterwegs sind, aber es dauert mehr als eine Stunde querfeldein, bis wir endlich wieder auf einem richtigen Weg stoßen. Richtig genießen können wir das leider nicht, denn die letzte Stunde war zwar schön wild und optisch gefällig, aber auch tierisch anstrengend. Außerdem haben wir inzwischen alle Mücken aus der näheren Umgebung eingesammelt und ziehen sie im Pulk hinter uns her. Aber wenigstens läuft es sich jetzt etwas einfacher.

Wieder im Wald fällt mir die Orientierung allerdings schwer. Die Wege laufen in der Realität kreuz und quer und eigentlich folgen wir mehr einem Bauchgefühl und einer groben Richtung als einem echten Plan. Normalerweise wäre in so einer Situation Anhalten, Pause machen und Entspannen das Richtige. Aber die Mückeninvasion ist mittlerweise gigantisch und wir wagen kaum, unseren Schritt zu verlangsamen. Ständig summt dir irgendwas ins Ohr, krabbelt irgendwas auf deinem Kopf herum, landet irgendwas auf deinem Arm. Als wir irgendwann dann doch an der Landesstraße 16 statt wie geplant auf dem Feldweg am See stehen, ist das auch schon fast egal. Wir entleeren meinen Rucksack, um das Mückenspray zu finden und Nina duscht sich schnell mit Autan, weil die Biester sie inzwischen schon durch die Hose stechen.

Auf "Zurück in den Wald" hat keiner von uns so richtig Bock, also kämpfen wir uns entlang der 16 durch den tobenden Verkehr, der vom 40-Tonner bis zum bretthart überholenden PKW alles zu bieten hat. Als kleiner Trost hält Sorkwity einen vom örtlichen Trinkerverein gut besuchten Sklep bereit. Wir verlassen den Laden mit kalten Getränken, gurgeln erstmal jeder eine halbe Flasche runter und sofort sieht die Welt wieder ein bißchen besser aus. (Nur die Welt, nicht Sorkwity. Der Karte nach zu urteilen, hatte ich einen netten kleinen Ort erwartet, idyllisch zwischen zwei Seen gelegen. Statt dessen acht Häuser, eine Bushaltestelle, vier Parkplätze, ein geschlossenes Restaurant und der unbarmherzige Verkehr auf der 16.)

Aber wir können gleich abbiegen auf die Zielgerade, auf dieser kleinen Straße treffen wir in der letzten Stunde nur 2 Autos und 1 Radfahrer. Die Nachmittagssonne scheint sanft auf das hügelige Land und alles wirkt so still und idyllisch wie ein Sommerabend in Schweden. Uns beiden steckt der Tag gehörig in den Knochen. Nina fordert leicht murrend die baldige Ankunft an unserem Hotel; mir geht's ganz genauso, ich bin aber zu stolz, um es mir anmerken zu lassen. 

Die herrschaftliche Toreinfahrt zum Gutshof markiert das Ende unserer heutigen Etappe. Das "Hotel im Park" hat sich schon vom Namen her ganz den deutschen Gästen verschrieben und ist eine schöne Anlage mit Restaurant in der alten Scheune, netten ehrlichen Zimmern im Gutshaus, einem See nebenan und viel Garten zum Sitzen. Nach dem Duschen sitze ich im Park, trinke ein kaltes Radler, schreibe Postkarten und höre kichernd den mosernden deutschen Rentnerinnen nebenan zu, die sich über die Kellnerin aufregen.

Als sich Nina zu mir in den Garten gesellt, haben wir unabhängig voneinander dieselbe Idee gehabt: Unser Hotel hat ein kleines angeschlossenes Massagestudio, dessen einzige Massagedame arbeitslos an der Rezeption herumschiebt. Da müssen wir nicht lange überlegen, Nina gönnt sich eine Ganzkörpermassage und schwebt nach einer guten halben Stunde wieder glücklich über das Kopfsteinpflaster. Danach bin ich an der Reihe und gönne mir eine herrliche Massage für Füße und Waden, was die sich inzwischen mehr als verdient haben.

Das anschließende Abendessen wird überschattet von den mosernden deutschen Damen aus dem Garten, die sich jetzt am Nebentisch über Schlüpfer unterhalten und damit jede Unterhaltung zwischen Nina und mir ersticken. Weil wir lauschen müssen...

Montag, 23. Mai 2016

Tag 29: Bitte einmal um den See herum.

Tag 29/35: Mittwoch, 18.05.2016
Barczewo nach Rukławki
6 h / 26 km

Huch! Draußen scheint zum ersten Mal seit Tagen wieder die Sonne. Die Straßen sind trocken, wir sind rechtzeitig aus dem Haus gekommen, um noch eine zeitige Marschrutka nach Barczewo zu erwischen und stehen vor besagtem McDonalds in einer Menschentraube, die auf Busse wartet. Städtische Nahverkehrsbusse gibt es genug, aber unser Bus ist irgendwie nicht dabei. Ich frage eine Frau nach der Haltstelle der Marschrutkas nach Barczewo (auf rumpel-polnisch...), sie weiß es auch nicht genau, gibt uns aber den Tip, mal um die Ecke zu schauen. Und tatsächlich steht da ein weißer Sprinter mit entsprechendem Schild hinter der Windschutzscheibe, wir werfen unsere Rucksäcke in den Kofferraum, bezahlen pro Nase 3 PLN incl. Gepäckzuschlag und sind schon auf dem Weg.

Nach kurzem Navigieren durch Barczewo und seine Schnellstraßenausfahrten landen wir endlich im Wald und machen sofort beim ersten Wegkreuz erstmal Pause, vor allem, weil es eine Bank zum Sitzen gibt. Auch wenn der Tag noch nicht wieder richtig warm ist, kann ich kaum glauben, daß uns tatsächlich gerade die Sonne ins Gesicht scheint...

Bis zum frühen Nachmittag wandern wir auf breiten Forstwegen durch den Wald oder sitzen auf Holzstapeln herum und machen ein entspanntes Päuschen. Einmal kreuzt unser Weg eine kleine Straße, an einem Baum prangt ein Hinweisschild auf einen Gasthof unten am See. Nina hat zum Frühstück keinen ordentlichen Kaffee bekommen, ich hätte Lust auf insgesamt mehr Bummelanteil, also machen wir einen kleinen Schlenker und steuern die Gościniec pod Dębem an.

Der Gasthof ist schnell gefunden, allerdings sind Tür und Tor verrammelt. Während wir noch ein bißchen enttäuscht und unentschlossen auf der Straße herumstehen, erscheint ein Mann und nach ein paar Worten öffnet sich des Hoftor und wir setzen uns unter das wärmende Plastikdach und trinken Kaffee und Tee. Es gibt eine verschmuste Katze, einen schön gemachten Innenhof und die Wirtin hätte uns wohl gerne am Ende noch zwei Zimmer für die Nacht vermietet, aber wir haben ja leider schon was auf der anderen Seite des Sees gebucht.

Wenn wir jetzt ein Boot hätten, wäre es quasi ein Katzensprung über den See bis zu unserem Pensjonat, aber als Wanderer müssen wir eben einmal um den See herumlaufen. Nach ein paar Kilometern machen wir eine Abkürzung über das Gelände einer verfallenen LPG und haben nach dem letzten Haus den Feldweg für uns ganz alleine, bis auf ein paar kurze Besuche von Herrn Storch und Frau Hase.

In Najdymowo hat die ältere Dorfjugend (sprich: mit Motorrad- oder Mofa-Lizenz) an der Grillhütte Quartier bezogen und bespricht in der Sonne des späten Nachmittags die Neuigkeiten des Tages. Ihre Nachwuchsorganisation, die jüngere Dorfjugend (sprich: maximal mit Fahrrad) sitzt 200 m weiter auf dem Spielplatz und berät über die besten Strategien zum Erwerb des Mofa-Fühererscheins.

Die letzten Kilometer sind dank rollender Hügel und schickem Nachmittagslicht optisch super, aber auch echt hart. Nina tun die Füße weh, mir das rechte Knie. Aber die Sonne scheint immer noch brav, unser Pensjonat liegt malerisch am See, und weil sich spontan niemand sehen läßt, um uns mit Zimmerschlüsseln zu versorgen, setzen wir uns auf die Terrasse in die Sonne und ziehen erstmal die Wanderstiefel aus.

Später vollziehen wir parallel die klassische Ankunfts-Choreographie aus Duschen / aufs Bett legen / eine halbe Stunde dumm gucken (wahlweise eine Runde dösen). Unten im Restaurant ist es kalt, also wählen wir den einzigen Tisch in der Abendsonne, auch wenn wir dadurch zwangsläufig dem deutsch/österreichischen Ingenieurkonsortium zuhören müssen, das mit polnischen Übersetzern über irgendwelche Pflanzenkläranlagen diskutiert.

Draußen wird es langsam spät, das lichte Blau des Tages wird allmählich zum dunklen Blau des Abends. Nach einem sehr ordentlichen Abendessen wanken wir beide in unsere Betten. Morgen geht's weiter durch die Landschaft.

Sonntag, 22. Mai 2016

Tag 28: Und heute Abend kommt Besuch...

Tag 28/34: Dienstag, 17.05.2016
Olsztyn nach Barczewo
5 h / 24 km

Ugh, schon wieder Regen. Nass, kalt, nasskalt. Vom Hotel aus laufe ich in Richtung Bahnhof, vorbei an McDonalds, vorbei an furchtbaren Industriegebieten, und es regnet. An der Eisenbahnunterführung stehe ich ein paar Minuten und warte darauf, daß mal kein Auto kommt, um nicht von den meterbreiten Pfützen bzw. dem Durchgangsverkehr geduscht zu werden.

Da, wo Olsztyn am schönsten ist, zwischen KTM-Händler, Umspannwerk und Gebrauchtwagenplatz, biege ich nach links ab, weil meine Kartenapp mir das so sagt. Und tatsächlich: Es gibt einen kleinen Pfad zwischen all dem Gewerbe hindurch bis zum Rangierbahnhof, wo die PKP ihre ausrangierten Güterwagons abstellt. Immer hart an den Gleisen entlang, durch einen verwunschenen Park neben einem verfallenen Gutshaus, irgendwo nochmal über eine Bahnlinie, die Straße nach Nikielkowo entlang, bis ich endlich nach links in den Wald abbiegen darf.

Finally: Wieder das geliebte Standardprogramm. Sandige Wege durch den Wald, bellende Hunde in leeren Ferienhaus-Kolonien, Trampelpfade entlang der Stromleitung durch den Wald. Der Weg, dem ich ich folge, wird immer schmaler und dünner, am Ende des Waldes mündet er neben einer aufgegebenen und verwilderten Apfelplantage in ein endloses Feld.

Der Horizont gegenüber wird gesäumt von Gewächshäusern, deren Besitzer auch gleich noch die Felder weit und breit mit Zaun und Stacheldraht gesichert haben. Der in der Karte eingezeichnete Weg ist verbarrikadiert, also darf ich statt dessen querbeet irgendwelchen Traktorspuren folgen, die nach Norden führen (wo ich eigentlich gar nicht hin will). Ich laufe durch leeres Land, kein einziges Haus ist zu sehen, nur Wiese, in der Ferne ein See und ein paar Strommasten, die von einem unbekannten A zu einem unbekannten B führen.

Weg = Bildmitte
Der Weg wird immer schlammiger, auf der nächsten Wiese ist er nur noch eine gerade noch so erkennbare Fahrspur durch das hohe Gras. Aber wenn ich einfach nur lange genug geradeaus gehe, werde ich schon irgendwann wieder auf die Straße treffen. Am Ende sind meine Stiefel so vermatscht und ich so erschlagen, daß ich mich dazu entschließe, den restlichen Tag lieber auf der Straße zurück zu legen. Also trecke ich verbissen durch die nächsten zwei Dörfer, nutze eine der neu angelegten Parkbänke neben dem EU-Radweg zur kurzen Pause im Regen und weiter zwinge mich mit einem Seufzer zum Weiterlaufen.

Hinter Legajny treffe ich auf die Nationalstraße 16, ein Autobahnersatz Richtung Osten. Entsprechend viel Verkehr begleitet meine nächste Stunde, als ich auf einem matschigen Feldweg neben dem tobenden Verkehr Richtung Barczewo schlittere. Spaß macht der Tag schon lange nicht mehr, also möchte ich bittegerne nur noch ankommen.

Heute morgen habe ich im Hotel mal das Internet nach den Bahnverbindungen zurück nach Olsztyn gefragt. Heute gehen genau 3 Züge: 09:13, 14:58 und 19:42. Was für ein ausnehmend umfangreiches Verkehrsangebot. Kurz darauf habe ich allerdings herausgefunden, daß zwischen Barczewo und Olstyn eine Flotte von Marschrutkas pendelt, die offensichtlich einen Großteil des Verkehrs übernehmen. Das -- muß ich doch wohl ausprobieren.

Die Busse gehen ungefähr alle halbe Stunde, in Barczewo mache ich eine Punktlandung und erwische quasi noch im Laufen den nächsten Bus nach Olsztyn. Kommunikation schwierig, aber für 2,50 PLN (etwas unter 0,60 EUR) kriege ich eine Fahrkarte zurück ins 18 km entfernte Olsztyn. Der Bus ist ein altersschwacher Sprinter mit ungefähr 30 Sitzplätzen, Einstieg durch die Beifahrertür mit eingezogenem Kopf. Die Lüftung arbeitet verzweifelt gegen die notorisch beschlagenen Scheiben an und ich teile mir die Marschrutka mit alten Frauen, die vom Einkaufen kommen, Schülerinnen auf dem Weg nach Hause und allerlei sonstigem Volk. 

Der Bus spuckt mich in Olsztyn neben McDonalds wieder aus -- um uns herum stehen zig andere weiße Busse, die wie eine Horde Fliegen aus allen Richtungen abgefahren kommen und in alle Richtungen wieder verschwinden werden.

Schnell ab ins Hotel, ich muß mich noch kämmen. Heute Abend kommt für ein paar Tage Besuch zum Mitwandern. Nina hat sich angekündigt, hat in Berlin todesmutig das winzige Regionalflugzeug von Sprintair bestiegen, ist zum CIA-Flughafen Szymany geflogen und kommt später mit dem Zug in Olsztyn an.

Als wir abends noch zum Essen in die Altstadt runterlaufen, regnet es wieder zuverlässig. Eben nur das beste Wetter für den Gast...